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Liegerad / Liegeräder


Ein Liegerad ist ein mit einem Schalensitz ausgestattetes Rad, bei dem der Fahrer – wie der Name schon sagt – liegt (bzw. im Halbsitz sitz).
Tretlager und Pedale sind vorne und der Lenker ist je nach Variante vor dem Oberkörper oder neben dem Sitz.
Es gibt viele verschiedene Liegeradtypen, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden.
So haben die Dreirad (HP-Trike) drei Räder (vorn oder hinten zwei) und die Handbikes werden mit den Händen angetrieben. Es gibt Kurz- oder Langlieger, wobei das Tretlager entweder hinter oder vor dem Rad sitzt, Scooterbikes (Sesselbikes), Tandems, Faltlieger, Knicklenker, Bauchlieger, Semitieflieger, Tieflieger und vollverkleidete Liegeräder (Velomobile).


Geschichte:Liege-Handbike, Liegerad mit Liegeradfahrer


Liegeräder sind keine neue Erfindung. Schon kurz vor der Jahrhundertwende (zum 20ten Jahrhundert)  sollte das "gefährlichen" Hochrad abgelöst werden, da es  wegen den Stürzen meistens kopfüber aus der Höhe zu bösen Folgen kam.
1912 meldete Etienne Bunau-Varilla das erste Patent für ein Rad mit einer stromlinienförmigen Verkleidung an.
Liegeräder sind übrigens seit 1934 von offiziellen Radrennen der Dachorganisation UCI ausgeschlossen, da sie zu hohe Geschwindigkeiten erreichen können.

 

 

Die Vorteile des Liegerads:

  • Sicherheit: die Füße sind im Notfall schneller auf dem Boden, keine Stürze über den Lenker, man landet auf dem Gesäß, Beine als Knautschzone, Pedale stehen bei brenzligen Situationen nicht im Weg und sind ständig im Blickfeld, bei Pedalabrutschen kein Aufsetzen auf dem Oberrohr, Showeffekt bewirkt bessere Wahrnehmung, höhere Bremsleistung durch niedrigeren Schwerpunkt.
  • Ergonomie: keine Durchblutungsstörung in Händen und am Gesäß, keine Scheuerstelle am Sattel, Entspannung für Arme, Rücken und Nacken, natürliche Wirbelsäulenhaltung, weniger Fahrwiderstand schon ab 18 km/h, windunempfindlicher, nach Gewöhnung Rückenentlastung.
  • Fahrspaß: flotte Kurvenfahrten mit Hochgenuß, leichtes Dahingleiten, größerer Aktionsradius, Schwerpunkt im Bauchbereich, Showeffekt, erst spät Ermüdungserscheinungen, höheres Tempo bei weniger Einsatz, je nach Typ fast wie mit gefederten Fahrzeugen, schönerer Ausblick (bei Unterlenkung).
  • Antrieb: alle Gänge sind verschleißfrei voll nutzbar, längere Kette hält länger, Totpunkt beim Pedalieren vorteilhafter, aus der Sitzposition mehr Kraft ausübbar, unbegrenzte Pedalnutzung in Kurven.

 

Die Nachteile des Liegerads:

  • Liegeräder werden von Hand in relativ kleinen Stückzahlen gefertigt, daher sind die Preise etwas höher als vergleichbare hochwertige konventionelle Räder.
  • die Belüftung des Sitzes ist oft ein Problem, so daß man beim sportlichen Fahren recht schnell ins Schwitzen kommt.
  • Meist kleine Räder, wodurch man auf Sand oder Matsch schnell steckenbleiben kann
  • Transportschwierigkeiten, da es sich nicht so einfach zusammenpacken lässt (außer das Faltliegerad)
  • Meist großer Lenkradius
  • Schlecht sichtbar für Autofahrer, LKWS usw.