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Doping ist ein heftig umstrittenes Thema im Sport. Dabei ist allen Parteien klar, dass das Einnehmen leistungssteigernder Substanzen verboten gehört. Doch viele Athleten wollen zudem nicht mehr gegen ehemalige Doper antreten und fordern lebenslange Sperren. Juristisch ist das aber nicht durchsetzbar.

Ein lebenslanges Startverbot bei offiziellen Wettbewerben für des Dopings überführte Athleten wäre eine abschreckende Maßnahme, bei der viele Sportler ins Grübeln kommen würden. Juristisch widerspricht das allerdings dem Recht auf Berufsfreiheit. Das Oberlandesgericht München hatte im Fall Kathrin Krabbe 1996 entschieden, dass eine mehr als zwei Jahre dauernde Sperre dieses Grundrecht beeinträchtige. „Es fehlt jede Rechtsgrundlage, da noch etwas draufzupacken. Es gibt Menschenrechte, die eine zweite Chance ermöglichen, es gibt das Prinzip der Resozialisierung. Wenn ich mit dem Strafhammer auf ein Problem losgehe, löse ich es nicht“, erklärt Sportrechtler Michael Lehner, der schon viele Dopingangeklagte vertreten hat, der FAZ.

Doch was ist fair? Denn die ehemaligen Doper, auch wenn sie nichts mehr einnehmen, profitieren noch Jahre nach der letzten Einnahme verbotener Substanzen von deren Wirkung. Die durch Wachstumshormone gezüchteten Muskeln blieben demnach auch über eine zweijährige Sperre hinweg erhalten. Auch andere Mittel verändern den Körper der Athleten maßgeblich auf Dauer. „Wenn eine Frau so viele Jahre gedopt hat, auch mit Epo, dann hat sie lange viel härter trainieren können als eine Ungedopte. Auch wenn sie jetzt sauber sein sollte, hätte sie davon immer noch einen großen Vorteil“, meint Yvonne van Vlerken, Profitriathletin aus den Niederlanden, in Bezug auf die Rückkehr in den Profisport der 2008 des Doping überführten Österreicherin Lisa Hütthaler.

Es gibt sogar eine Studie aus Schweden, die das beweist. „Diese Studie hat durch Biopsie-Proben an Kraftsportlern eindeutig nachgewiesen, dass die Wirkung anabolen Muskeldopings viel länger als zwei Jahre anhält“, erklärt Professor Werner Franke der FAZ. „Selbst wenn ein Doper nach Ablauf seiner Sperre jeden Tag negativ getestet würde, also vermutlich nicht mehr dopte, hätte er für eine Dauer von weiteren zwei bis drei Jahren immer noch den Vorteil seiner Doping-Zeit, das ist publiziert und bewiesen.“ Er fordert deshalb längere Sperren für Dopingsünder. „Weil sie betrogen haben und dadurch immer noch betrügen, auch noch nach zwei Jahren, denn sie profitieren immer noch davon. Die Strafe ist nicht abgesessen, weil die Wirkung noch da ist.“

Lisa Hütthaler berichtete 2009 in einem Interview mit dem Spiegel von den verheerenden körperlichen Veränderungen, die bestimmte Dopingmittel bewirken. „Meine Periode setzte aus, meine Schultern wurden breiter. Männliche Hormone verändern einen Frauenkörper extrem. Damit habe ich sehr zu kämpfen.“ Warum sich das antun: Jetzt ist sie auch noch 2013 stark, wie selten zuvor und zählt bei den Wettquoten immer zum Favoritenkreis.

Nach den ganzen Dopingskandalen im Radsport um Lance Armstrong, stellt sich die Frage von selbst, ob ein ungedopter Athlet überhaupt eine Siegchance hat. Schaut man in Internet-Foren zu diesem Thema, wird klar, dass die Fans und Zuschauer nicht mehr an einen „sauberen“ Sport glauben. Da wird teilweise gefragt, warum ausgerechnet der Sport absolut clean zu sein habe, wenn doch im alltäglichen Leben auch einige Dinge ungerecht ablaufen. Oder es wird bezweifelt, dass es überhaupt noch Spitzensportler gibt, die ohne Doping auskommen.

Das Vertrauen scheint völlig weg und das Image mancher Sportarten hat unter Dopingvorwürfen enorm gelitten. Und da ist ja auch was dran. Man muss sich nur überlegen, wie es im Profisport zugeht. Ohne Leistungen und Erfolge verliert ein Sportler schnell seine Sponsorenverträge und Preisgelder werden auf den hinteren Rängen meist nicht mehr ausgeschüttet. Nach dem Motto: „The winner takes it all.“ Allein dadurch entsteht ein Druck auf die Athleten, der verbotene Substanzen attraktiv macht.

Professor Franke ruft deshalb „saubere“ Sportler dazu auf, nicht mehr mit ehemaligen Dopingsündern an den Start zu gehen. Demnach sollen Sport-Veranstalter zwei Wettbewerbe organisieren. Einen für Doper und einen für Nicht-Doper. Nette Idee. Bei den Buchmachern wäre der am meisten Gedopte dann der Favorit. Wie bei Formel 1 Wetten eben derjenige, der den getuntesten Motor vorweisen kann. 

geschrieben am 23.06.2013 um 20:13 Uhr.
 
 

 

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